Sanierung der Murhardschen Bibliothek: der neue Handschriften-Lesesaal

Leider nur noch eingeschränkt nutzbar : der Lesesaal der Murhardschen Bibliothek

Haben Sie auch schon mal im Lesesaal der Murhardschen Bibliothek gesessen? Und wenn ja: waren Sie eher einer der konzentriert Arbeitenden oder – wie ich – eher einer derjenigen, der vom konzentrierten Arbeiten der anderen fasziniert war? Welcher Typ auch immer, sicher stimmen Sie mir zu: er hat so das gewisse Etwas, dieser Lesesaal. Ist angenehm in Raumlicht und -aufteilung, hat seine ganz eigene Atmosphäre. Es ist schön, hier zu sein.

Oder besser gesagt: es war schön…, denn leider können wir ihn aufgrund von brandschutztechnischen Mängeln seit November letzten Jahres für die Nutzer in seiner Funktion als Lese- und Arbeitsraum nicht mehr zur Verfügung stellen (wir berichteten damals auf unserer Aktuelles-Seite).

Trauriges Bild: zusammengestellte Tische, leere Vitrinen.

Im Rahmen der Sanierung erhält der Lesesaal das, was ihm bisher gefehlt hat: einen zweiten Fluchtweg. Dieser entsteht durch den Neubau, der sich unmittelbar an den Lesesaal anschließen wird. Auch alle weiteren baulichen Mängel sollen im Zuge der anstehenden Sanierungsmaßnahmen beseitigt werden. Und weil man schon mal dabei ist, wird hier auch optisch aufgemöbelt: neuer Anstrich, neue Lampen, neuer Fußboden.

Zukünftig wird der Nutzer fünf bis sechs Tischreihen vorfinden. Ein Helpdesk für fachliche Beratung ist vorgesehen, und im angrenzenden Nebenraum werden Möglichkeiten geschaffen, kleineren Gruppen Einblicke in ausgewählte Werke zu bieten.

So wird der alte, prunkvolle Raum in neuem Glanz erstrahlen. Und weil er ganz sicher so schön und ehrwürdig sein wird, wie wir es uns vorstellen, werden wir ihn „befördern“: zum neuen Lesesaal für Alte Drucke und Handschriftenschätze. Allein die Höhe des Raumes entspricht der Bedeutung unserer Handschriften viel mehr als der alte Handschriften-Lesesaal. Die Licht- und Temperaturverhältnisse stimmen ebenso wie der Feuchtigkeitsgehalt der Luft; er erfüllt alle klimatischen Bedingungen, derer es bedarf, wenn mit sehr alten Werken gearbeitet werden soll.

Sicher werden Sie den neuen Handschriften-Lesesaal anschauen kommen, wenn er eröffnet ist. Und vielleicht werden Sie dann mich dort sitzen sehen. Oder einen anderen, der genauso still und fasziniert sein wird. Ganz hinten, links…

 

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