Was uns wichtig ist oder Über Bewahren und Erhalten des schriftlichen Kulturgutes

Ärztliches Handbuch
Ärztliches Handbuch (um 1700): eins von vielen wichtigen Bänden, die restaurierungsbedürftig sind…

Manchmal werde ich gefragt, warum ich Bibliothekarin geworden bin. Und was diesen Beruf ausmacht. „Die Vielfalt ist es,“ antworte ich dann. „Der Umgang mit Menschen und Wissen gleichermaßen. Die Auseinandersetzung mit Literatur in mittlerweile vielfältigster Form. Die rasante Fortentwicklung unseres Berufes. All die Neuerungen. Und auf der anderen Seite, mindestens ebenso faszinierend: das Erhalten und Bewahren der historischen Buchbestände, unserer schriftlichen Kultur.“

Wie wichtig uns dies ist, zeigen wir unter anderem mit unserer Aktion Buchpatenschaften. Hier suchen wir Buchpatinnen und Buchpaten für restaurierungswürdige Schriften. Für solche Buchschätze, die ohne Ihre Hilfe niemals für unsere Nachwelt erhalten werden können.

Und genau um diese Erhaltung geht es auch im Weimarer Appell, der seit einigen Wochen die Öffentlichkeit dazu aufruft, sich für die Sicherung all unserer schriftlichen Überlieferungen einzusetzen.
„Eine Stadtgründungsurkunde, ein barockes Buch, eine alte Landkarte, das Fotoalbum eines Exilschriftstellers oder eine Notenhandschrift sind unverwechselbare Zeugnisse unserer Kulturgeschichte,“ heisst es auf den Internetseiten der Klassik Stiftung Weimar.

Der Weimarer Appell fordert im Einzelnen:

  1. Die bewahrenden Kultureinrichtungen müssen mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um Bücher und Dokumente vor dem Papierzerfall zu retten und historische Bucheinbände in den Bibliotheken zu erhalten.
  2. Das Forschungsnetzwerk auf dem Gebiet der Restaurierung und des Kulturgüterschutzes muss ausgebaut werden.
  3. Bund und Länder müssen die zentrale Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Berlin dauerhaft absichern und mit den nötigen Finanzmitteln ausstatten, damit eine nationale Strategie umgesetzt werden kann.
  4. Auch wenn die Zuständigkeit für Kultur bei den Ländern liegt, muss die Initialzündung für die dringend benötigte Initiative von der Bundesebene ausgehen.
  5. Der Katastrophenschutz muss auf nationaler Ebene um den Schutz der Kulturgüter erweitert werden.

So soll das Schriftgut „in gleicher Weise wie die baulichen Denkmäler“ gesichert werden.
Eine Forderung, der bisher bereits über 2.000 Unterzeichner gefolgt sind, unter ihnen bekannte Namen wie Wim Wenders,  Anne-Sophie Mutter, Helmut Schmidt oder Ranga Yogeshwar. Doch viele Namen fehlen noch. Ihrer zum Beispiel, ebenso wie meiner. Und den füge ich jetzt hinzu (zur Petition).

 

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