Neues Konzept für Kasseler Forschungsdatenmanagement

Die Universität Kassel hat sich in Sachen Forschungsdatenmanagement (FDM) neu aufgestellt. Nach der 2016 formulierten Leitlinie der Universität Kassel hat nun auch
das neu eingerichtete Referat für Forschungsdaten seinen Dienst aufgenommen.

Workspace Working Desk Accounting Analysis Concept
Der neue Webauftritt des Referats für Forschungsdaten an der Universität Kassel

Wer heute einen Antrag auf Forschungsförderung stellt, kommt um das Thema Forschungsdaten nicht herum: Antragstellerinnen und Antragsteller müssen darlegen, „welche Forschungsdaten im Verlauf eines wissenschaftlichen Forschungsvorhabens entstehen, erzeugt oder ausgewertet werden“ (DFG), ein „Konzept zum Forschungsdatenmanagement inklusive Darstellungen zur Datenarchivierung und ‑bereitstellung“ nachweisen (BMWF) oder innerhalb der ersten sechs Fördermonate einen sogenannten Datenmanagementplan vorlegen (EU/Horizon2020).

Die Forderung nach mittelfristiger Aufbewahrung von Daten, die im Laufe eines wissenschaftlichen Prozesses erzeugt, bearbeitet und genutzt werden, ist nicht neu und zählt zu den Grundpflichten aller Forschenden. Sie findet sich bereits 1998 in der DFG-Denkschrift zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und wurde auch in die entsprechenden universitären Grundsätze übernommen. Dort heißt es „Primärdaten als Grundlagen für Veröffentlichungen sind auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, in der sie entstanden sind, für zehn Jahre aufzubewahren.“

In der zuletzt beschlossenen Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten wird diese Verpflichtung erneuert, konkretisiert und erweitert: Ging es der DFG 1998 in erster Linie noch um die Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens, ist die Motivlage für systematisches Forschungsdatenmanagement heute vielfältiger. Nicht nur haben Datenaufkommen und ‑komplexität  durch zunehmende Rechenleistung, günstigere und nutzerfreundlichere Speichermöglichkeiten sowie die disziplinübergreifende Etablierung digitaler Forschungsmethoden massiv zugenommen. Daten sind auch als Wert an sich und als eigenständige wissenschaftliche Leistung deutlicher ins Bewusstsein gerückt.

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Aufgabenfelder des Referats bezogen auf den Lebensszyklus von Forschungsdaten

Zugleich wird die Idee des planvollen Umgangs mit Forschungsdaten vermehrt auch mit dem „Open Science“-Gedanken verknüpft, der zuletzt auch ein Schwerpunkt der Niederländischen EU-Ratspräsidentschaft war: Als Offene Daten („Open Data“) können Forschungsdaten von lokalen Speichermedien befreit und weit über ihren ursprünglichen Kontext hinaus genutzt werden. Beispiele: #dataimpact , codata

Die Vorteile: Für Drittmittelgeber bedeutet die Nachnutzung von Daten oft einen effizienteren Einsatz von Fördermitteln. Für das Wissenschaftssystem stellen Daten eine Diskursgrundlage und damit einen wesentlichen Baustein des Erkenntnisgewinns dar. Zudem ermöglichen offene Daten die Validierbarkeit von Forschungsergebnissen. Für die Forschenden selbst birgt Datenveröffentlichung darüber hinaus das Potential des Reputationsgewinns durch Datenzitation und/oder die vermehrte Zitation der zugehörigen Publikationen, wie es etwa Piwowar und Vision 2013 nachgewiesen haben.

Das neue Konzept der Universität zur Unterstützung von Kasseler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei den Herausforderungen des Forschungsdatenmanagements wird jetzt  in die Praxis umgesetzt. Das neu gegründete Referat für Forschungsdaten, ist mit der Entwicklung von Beratung, Schulung und weiteren Services betraut, ebenso wie mit dem Aufbau einer bedarfsgerechten technischen Infrastruktur zur Sicherung und – wenn gewünscht – auch der Bereitstellung der Daten.
Der Service befindet sich derzeit  in der Aufbauphase und ist dringend auf den Austausch mit Ihnen als Forschende der Hochschule angewiesen, um das eigene Angebot wissenschaftsnah entwickeln zu können. Wir freuen uns deshalb schon jetzt darauf, gemeinsam mit Ihnen Lösungen für Ihre Fragen zum Forschungsdatenmanagement zu erarbeiten.

Zahlreiche weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.
Am 6. Juli 2017 wird außerdem eine Einführungsveranstaltung zum Thema stattfinden, die sich primär an Promovierende richtet, aber auch anderen Interessierten offen steht.

Kontakt: Arvid Deppe, Telefon: 0561 804-2470, Mail: forschungsdaten@uni-kassel.de

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