Open Access: Wichtiger denn je!

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Während der Open Access Week informieren wir Sie zu aktuellen Themen.

Heute beginnt wieder die jährlich stattfindende Open Access Week. Ein Anlass für uns, Sie in drei Blogbeiträgen über aktuelle Aspekte des Open Access zu informieren. Los geht es mit Teil 1 und den Gründen, die für eine Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens zum Open Access sprechen.

Open Access hat in den vergangenen Jahren erfreulicherweise an Dynamik gewonnen. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen Open Access zur Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse. Das hängt zum einen damit zusammen, dass es inzwischen in vielen Fachdisziplinen sehr gute, qualitätsgeprüfte Open-Access-Journals gibt (mehr dazu in Teil 3). Zum anderen entwickelt sich ein zunehmendes Bewusstsein dafür, dass der Zugriff auf E-Journals großer Wissenschaftsverlage an vielen Forschungseinrichtungen nicht mehr dauerhaft finanzierbar sein wird. Hiervon ist auch die Universität Kassel betroffen. Weiterlesen „Open Access: Wichtiger denn je!“

Clips mit Tipps: Der YouTube-Kanal der UB Kassel (1)

Für alle, die grade an der Kasseler Uni durchstarten, gibt es im YouTube-Kanal der Unibibliothek aktuelle Videos rund um die Nutzung der Bibliothek. Hier erklären wir unter anderem die Suche in unserem Katalogportal KARLA und geben Ihnen Recherchetipps, zum Beispiel zur Recherche von Artikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften. Benötigen Sie Literatur für Ihr erstes Seminar? Kein Problem mit KARLA:

Universität Kassel unterschreibt Initiative zur Stärkung von Open Access

Logo OA2020
Die OA2020-Initiative setzt sich für eine Transformation bestehender Journals ein.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist getan:
Während der von der UB im November letzten Jahres veranstalteten Open-Access-Podiumsdiskussion  berichtete Dr. Ralf Schimmer (Max Planck Digital Library, MPDL) von der bevorstehenden 12. Berlin Konferenz zu Open Access (OA). Dort diskutierten im Dezember 2015 wissenschaftliche Forschungsorganisationen aus aller Welt Wege zur Beschleunigung der OA-Transformation, weg vom Abo-Modell und hin zum freien Zugriff auf wissenschaftliche Zeitschriften. Das Ergebnis ist eine am 21. März 2016 veröffentlichte Absichtserklärung. Zu den Erstunterzeichnern aus Deutschland gehören unter anderem die DFG, die Hochschulrektorenkonferenz, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Max-Planck-Gesellschaft. Die Universität Kassel unterstützt diese OA2020-Initiative ebenfalls und ist nach der Universität Bielefeld seit Ende April die zweite Unterzeichnerin unter den deutschen Hochschulen.

Was genau steht drin, in dieser Erklärung? Die Unterzeichner sehen das derzeitige Publizieren in kostenpflichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften kritisch hinsichtlich Zugriffsmöglichkeiten, Kosteneffizienz, Transparenz und Nutzungseinschränkungen.
Um OA weiter voranzubringen, setzten sie sich für eine Umwandlung eines Großteils der bestehenden wissenschaftlichen Zeitschriften hin zum OA-Modell ein. Dazu sollen Gelder, die derzeit in Zeitschriftenabos fließen, umgeschichtet und für nachhaltige OA-Geschäftsmodelle verwendet werden.

Die Erklärung basiert auf der Erkenntnis, dass es zwar schon viele gute und auch gut genutzte OA-Journals gibt, die derzeitige Bewertung wissenschaftlicher Leistung de facto aber oftmals das Publizieren in tradierten Zeitschriften mit hohem Impact Factor verlangt, trotz dessen oft kritisierter Aussagekraft. Die angestrebte Transformation soll es den Autorinnen und Autoren ermöglichen, weiterhin in den von ihnen bevorzugten Zeitschriften zu veröffentlichen und gleichzeitig die Vorteile des OA zu nutzen. Parallel dazu unterstützen die Unterzeichner auch weiterhin die Fortentwicklung neuer und verbesserter Formen des OA.

Einzelne Einrichtungen wie die Universität Kassel können alleine nur wenig bewirken. Die Abbestellung wichtiger Zeitschriftenpakete im Alleingang, um aus der Preissteigerungsspirale der großen wissenschaftlichen Verlage auszusteigen, ist keine realistische Option, würde sie doch lediglich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der eigenen Universität in ihrer Forschungsarbeit behindern, ohne OA wirklich voranzubringen. In einem wachsenden und breit aufgestellten Bündnis aus wissenschaftlichen Organisationen und Einrichtungen, die an einem Strang ziehen, kann es jedoch gelingen, das wissenschaftliche Publizieren langfristig so umzugestalten, dass wissenschaftliche Publikationen online jederzeit und weltweit kostenfrei genutzt und nachgenutzt werden können. Dadurch würden öffentliche Gelder in Zukunft wesentlich effizienter und nachhaltiger eingesetzt als im bestehenden System. Mit ihrer Unterzeichnung der Erklärung versteht sich die Universität Kassel als Teil und Förderer dieses Umwandlungsprozesses.

Information und Beratung: Dr. Tobias Pohlmann
Mail: pohlmann@bibliothek.uni-kassel.de
Tel.: +49 561 804-2529

Neu in KARLA: SciTech Connect

Heute stellen wir Ihnen eine Datenbank vor, die für die Themengebiete Energietechnik und Energieforschung hilfreich ist.

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Energie in KARLA: SciTech Connect

SciTech Connect wird vom US Department of Energy herausgegeben und verzeichnet mehr als 2,5 Millionen Literaturnachweise, davon ca. 360.000 mit Volltexten.
Die Datenbank basiert auf zwei früheren Verzeichnissen: Information Bridge und Energy Citations Index.
Sie finden Zeitschriftenaufsätze, technische Reports, Konferenzbeiträge, Dissertationen, Bücher, Manuskripte, Patentschriften, Multimedia und Fakteninformationen ab dem Erscheinungsjahr 1948.

 

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Zugang zum Volltext in SciTechConnect

Die Nachweise sind in unserem Katalogportal KARLA (Artikel & mehr) zu finden. Über den Filter Datenbank können Sie diese gezielt aufrufen.
Ein spezieller Link bei jedem Treffer leitet Sie weiter zur Datenbank und zum Volltext, sofern vorhanden. Die Volltexte sind in der Regel frei zugänglich, auch außerhalb des Uni-Netzes.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Datenbank ein weiteres Angebot für die Fachgebiete Naturwissenschaften und Technik in unser Katalogportal KARLA integrieren konnten.

Neu in KARLA: FIS Bildung

Heute haben wir richtig gute Neuigkeiten zum Fachgebiet Pädagogik: die Datenbank FIS Bildung ist ab sofort in unserem Katalogportal KARLA integriert und kann über Artikel & mehr recherchiert werden.

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Pädagogische Literatur in KARLA: FIS Bildung

Diese wichtige Literaturdatenbank enthält z. Zt. ungefähr 870.000 Literaturnachweise. Zu finden sind Monografien, Zeitschriftenaufsätze aus ca. 420 Fachzeitschriften, Beiträge aus Sammelwerken und Online-Dokumente aus allen Themenbereichen der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung.
Die Daten werden vierteljährlich aktualisiert, pro Jahr kommen etwa 30.000 neue Einträge dazu.

Nachdem schon seit langem die Nachweise aus der Datenbank ERIC in KARLA eingebunden sind, freuen wir uns ganz besonders, dass nun auch die wichtigste deutschsprachige Datenbank für Pädagogik aufgenommen werden konnte.
Sie können sich gezielt Treffer aus FIS Bildung anzeigen lassen, wenn Sie den Filter Datenbank benutzen (Beispiel).

Und das Beste: die Datenbank ist frei im Netz verfügbar, alle Datensätze können also auch außerhalb des Uni-Netzes aufgerufen werden.
Der Zugriff auf lizenzpflichtige Online-Dokumente ist allerdings nur innerhalb des Uni-Netzes möglich (Information zu Zugangswegen). Es sind aber auch zahlreiche Volltexte nachgewiesen, die frei zugänglich sind.

Neu in KARLA: MathSciNet

Heute haben wir etwas Interessantes für das Fachgebiet Mathematik.
Ab sofort ist MathSciNet in unserem Katalogportal KARLA (Artikel & mehr) integriert.

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Literatur für das Fachgebiet Mathematik: MathSciNet in KARLA

Diese Datenbank basiert auf dem Referateblatt Mathematical Reviews und der Fachbibliografie Current Mathematical Publications und verzeichnet Zeitschriftenaufsätze, Bücher und Besprechungen seit dem Jahr 1940, zum Teil findet man sogar Veröffentlichungen ab 1810 (Liste der ausgewerteten Titel).

Es sind mittlerweile etwa 3 Millionen Titel verzeichnet, pro Jahr kommen mehr als 100.000 dazu.

Die Treffer aus dem MathSciNet können Sie über den Filter Datenbank aufrufen. Sofern die Titel als Volltext verfügbar sind, erhalten Sie einen entsprechenden Link beim einzelnen Treffer. Bitte beachten Sie, dass lizenzpflichtige Volltexte nur innerhalb des Uni-Netzes aufgerufen werden können (Informationen zu Zugangswegen).

MathSciNet ist eine der wichtigsten und umfangreichsten Datenbanken dieses Fachgebiets, deshalb freut es uns ganz besonders, dass wir diese Inhalte nun auch über KARLA anbieten können.

Der Open Access Publikationsfonds wächst weiter

Gute Nachrichten für alle bisherigen und künftigen Nutzerinnen und Nutzer des Open-Access-Publikationsfonds: Auch bis Ende 2017 ist die Finanzierung Ihrer Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften gesichert. Mit Unterstützung der DFG haben wir unseren Fonds für die kommenden zwei Jahre mit insgesamt 45.240 EUR ausgestattet. Das entspricht ca. 45 Zeitschriftenartikeln. Und wie bisher werden wir den Fonds aus Eigenmitteln aufstocken, falls er vorzeitig ausgeschöpft sein sollte.

Wenn Sie Angehörige/r der Universität Kassel sind und einen Artikel in einem reinen, qualitätsgeprüften Open Access Journal mit einer Autorengebühr von maximal 2.000 EUR veröffentlichen möchten, zahlen wir die Gebühr für Sie. Ganz einfach und unkompliziert! Die passende Zeitschrift für Ihre Veröffentlichung finden Sie z.B. im Directory of Open Access Journals.

Ausgaben der UB Kassel für OA
Boxplot der Ausgaben der UB Kassel für Open-Access-Artikel 2013-2015 in EUR

Ein Problem ist, dass Verträge für den campusweiten Zugriff auf Online-Zeitschriften Bibliotheken oftmals Geheimhaltungsklauseln zur Preisgestaltung auferlegen. Im Sinne einer größtmöglichen Transparenz bei Open Access beteiligen wir uns an OpenAPC und veröffentlichen zusammen mit anderen Einrichtungen die von uns gezahlten Autorengebühren (Author Processing Charges, kurz: APC), so auch jüngst wieder für 2015. Insgesamt haben wir im letzten Jahr für 22 Artikel 22.779 EUR aus dem Fonds gezahlt, das bedeutet durchschnittlich 1.035 EUR pro Artikel. Damit hat sich die Nutzung des Fonds im Vergleich zu 2014 mehr als verdoppelt, sowohl was die Anzahl der geförderten Artikel als auch das Volumen insgesamt angeht. Nutzen Sie den Fonds und helfen Sie mit, diese erfolgreiche Entwicklung fortzusetzen.

Und wenn Sie im Open Access nicht nur veröffentlichen wollen, sondern sogar darüber nachdenken, eine eigene Open-Access-Zeitschrift herauszugeben, haben wir ebenfalls eine Lösung für Sie: Wir stellen Ihnen mit Open Journal Systems die Technik für Ihre Open-Access-Zeitschrift zur Verfügung und sind mit diesem Service auch bei OJS-de.net verzeichnet.

Unser Open-Access-Angebot wächst stetig. Kommen Sie gerne auf uns zu, gemeinsam bringen wir die Open-Access-Transformation voran.

Kontakt:
Dr. Tobias Pohlmann
pohlmann@bibliothek.uni-kassel.de
0561 804 2529

Neu in KARLA: BASE

Vermutlich fragen Sie sich gerade, was denn ein Mobilfunkanbieter mit KARLA, dem Katalogportal der UB, zu tun hat 😉

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Neue Quelle für Volltexte: BASE

Aber in diesem Fall steht BASE für Bielefeld Academic Search Engine.
Diese Suchmaschine verzeichnet Dokumente, die nach dem Open Access-Prinzip online frei zugänglich sind. Und ganz wichtig: dabei handelt es sich um wissenschaftliche Veröffentlichungen wie Hochschulschriften, Preprints und Zeitschriftenartikel.
Insgesamt sind zur Zeit etwa 80 Millionen Dokumente zu finden, die auf ca. 4.000 Dokumentenservern weltweit zur Verfügung stehen. Ab sofort finden Sie Titel aus BASE auch in KARLA (unter Artikel & mehr). Über den Filter Datenbank können Sie Ihre Treffer gezielt auf BASE einschränken (Beispiel).

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Frei zugängliche Hochschulschrift über BASE

Da es sich in der Regel um frei zugängliche Dokumente handelt, können Sie auch von außerhalb des Uni-Netzes darauf zugreifen.

Wir freuen uns, Ihnen mit dieser Datenbank wieder eine sehr umfangreiche Quelle für Volltexte bereitstellen zu können und wünschen Ihnen viele hilfreiche Treffer!

 

Neu in KARLA II: Avery Index to Architectural Periodicals

Es wird mal wieder Zeit,  ein paar Neuigkeiten in KARLA zu präsentieren 🙂

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Literatur über Architekturthemen in Avery Index to Architectural Periodicals

Heute ist das Fachgebiet Architektur an der Reihe.
Ab sofort finden Sie in KARLA II  (Artikel & mehr) Dokumente aus der Datenbank Avery Index to Architectural Periodicals.
Diese Datenbank verzeichnet mehr als 638.000 Literaturnachweise aus über 2.800 Zeitschriften zu Architektur, Architekturgeschichte, Bauentwurf, Wohnungsbau, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, etc.
Sie finden Zeitschriftenartikel, aber auch Rezensionen, Interviews und Ausstellungskataloge werden verzeichnet. Was diese Datenbank so besonders macht, ist die Tatsache, dass etwa 75% der Zeitschriften ausschließlich hier ausgewertet werden.

Die Datenbank ist international, man findet also nicht nur englischsprachige Veröffentlichungen. Und eine weitere Besonderheit bietet sie: es werden mehr als 15.000 Nachrufe auf bedeutende Architekten verzeichnet (Obituaries).
Die gezielte Auswahl des Avery Index ist über den Filter Datenbank in der Trefferliste möglich (Beispiel). Viele der Dokumente können Sie direkt als Volltext aufrufen. Bitte beachten Sie, dass dies nur innerhalb des Netzes der Universität Kassel möglich ist (alles über die Zugangswege finden Sie auf unseren Suchen-&-Finden-Seiten) .
Die Universitätsbibliothek Kassel hat einen Testzugang bis zum 31. Januar 2016, eine Umwandlung in ein festes Abonnement ist geplant.

Deshalb sind wir besonders gespannt auf Ihre Rückmeldungen zu diesem neuen Angebot: info@bibliothek.uni-kassel.de oder direkt an unseren Fachreferenten Herrn Dr. Tobias Pohlmann (pohlmann@bibliothek.uni-kassel.de).

Transformation coming soon! Ergebnisse der OpenAccess-Podiumsdiskussion

Ein Rückblick von Dr. Tobias Pohlmann: Im Senatssaal im Sophie-Henschel-Haus blieben am 5. November um 18 Uhr nur wenige Stühle unbesetzt, als die Podiumsdiskussion zum Thema Open Access: Wissenschaftliches Publizieren im Wandel startete, zu der die Universitätsbibliothek eingeladen hatte.
Das Impulsreferat von Dr. Ralf Schimmer, dem stellvertretenden Leiter der Max Planck Digital Library (MPDL), München weckte schnell die Aufmerksamkeit aller Anwesenden.

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Neueste Erkenntnisse zur Open Access-Entwicklung lieferte der Vortrag von Dr. Ralf Schimmer

Ausführlich berichtete er über die spannenden Ergebnisse einer Studie der MPDL, die weltweit großes Echo hervorgerufen hat. Demnach sei eine Transformation zu Open Access (OA) aus wirtschaftlicher Sicht problemlos möglich. OA könne seiner Einschätzung nach bis zu 90% des derzeitigen Subskriptionsmodells ersetzen. Dafür sei bereits genug Geld im derzeitigen System vorhanden. Aller Voraussicht nach müssten sich durch einen Umstieg auf OA die Kosten der wissenschaftlichen Institutionen sogar reduzieren, wenn diese ihre Gelder für Author Processing Charges (APC) einsetzten, um ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Veröffentlichungen in OA-Journals zu ermöglichen, anstatt sie zur Lizenzierung wissenschaftlicher Zeitschriften zu verwenden. Dr. Schimmer betonte, dass es nicht darum gehen dürfe, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von OA überzeugen zu müssen, sondern ihre bevorzugten Journals mit entsprechendem Renommee in das vorhandene OA-Modell zu transformieren. Präsentation zum Vortrag Weiterlesen „Transformation coming soon! Ergebnisse der OpenAccess-Podiumsdiskussion“