Bühne trifft Bibliothek: Ulysses in der Murhardschen Bibliothek

Mit einer außergewöhnlichen Inszenierung von James Joyces „Ulysses“ setzt das Staatstheater Kassel in diesem Frühjahr einen besonderen kulturellen Akzent. Unter der Regie von Bert Zander wird das Meisterwerk, das einem einzigen Tag im Leben des Dubliner Leopold Bloom folgt, eindrucksvoll auf verschiedene Schauplätze Kassels übertragen. Ein Großteil des Ensembles ist während der Aufführung live an verschiedensten Orten in der Stadt unterwegs und besucht unter anderem die Murhardsche Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz.

Auf der Bühne: Katharina Brehl (Molly Bloom), im Lesesaal der Murhardschen Bibliothek: Emilia Reichenbach, (Stephen Dedalus), (Bild: Staatstheater Kassel_Isabel Machado Rios)

Dort verschmelzen Literatur und historische Bibliotheksarchitektur zu einem eindrucksvollen Ereignis. Neben der Bibliothek spielen die Darsteller an weiteren spannenden Locations, von belebten Kneipen und beliebten Plätzen bis hin zu den Dächern der Stadt.

Der Roman „Ulysses“ gilt als einer der einflussreichsten Texte der Moderne: Joyce erzählt darin die Irrfahrten seines Protagonisten Leopold Bloom in Anlehnung an den Mythos des Odysseus. Dabei verwandelt Joyce alltägliche Begegnungen und persönliche Erfahrungen in vielschichtige literarische Episoden, die von Sprachspielen, inneren Monologen und gesellschaftlichen Beobachtungen geprägt sind. Seine innovative Erzählweise hat Literatur und Theater gleichermaßen inspiriert.

Das innovative Konzept aus Theaterwanderung und Liveübertragung lädt das Publikum ein, Kassel neu zu entdecken. Die ausgewählten Spielorte – darunter die Murhardsche Bibliothek – verbinden Kunst und Wissenschaft auf besondere Weise und geben der Inszenierung einen einzigartigen Rahmen.

Die Veranstaltungsreihe läuft noch bis Juni und richtet sich an alle, die Kassel, seine Institutionen und Joyces modernen Klassiker auf neue Weise erleben möchten. Karten und Termine finden Sie auf der Webseite des Staatstheaters Kassel.

Mit diesem Projekt zeigen beide Institutionen, wie lebendige Kooperationen Literatur, Theater und Stadtgesellschaft miteinander verbinden und neue kulturelle Räume erschließen.


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