Am 03.06.1845 verfassten die Brüder Karl und Friedrich Murhard ihr Testament, in dem sie der Stadt Kassel ihr gesamtes Vermögen vermachten. Sie machten zur Auflage, dieses in einen Fonds, die „Murhardsche Stiftung“, zu überführen und zu verwalten: „Die Zinsen der Murhardschen Stiftung sollen verwendet werden zur Bildung und Unterhaltung einer der Stadt Kassel … angehörigen Bibliothek“.[1]
Mit einer außergewöhnlichen Inszenierung von James Joyces „Ulysses“ setzt das Staatstheater Kassel in diesem Frühjahr einen besonderen kulturellen Akzent. Unter der Regie von Bert Zander wird das Meisterwerk, das einem einzigen Tag im Leben des Dubliner Leopold Bloom folgt, eindrucksvoll auf verschiedene Schauplätze Kassels übertragen. Ein Großteil des Ensembles ist während der Aufführung live an verschiedensten Orten in der Stadt unterwegs und besucht unter anderem die Murhardsche Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz.
2011 haben wir damit begonnen, nach und nach unsere wertvollen Altbestände für Forschende und andere Interessierte über ORKA digital und ohne Zugriffsbeschränkungen zur Verfügung zu stellen. Von unter 10 präsentierten Objekten, mit denen damals das Portal startete, haben wir nun die Marke von 25.000 erreicht.
In 2025 begehen das Museum „Grimmwelt“ und die sogenannten Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm ein zweifaches Jubiläum: Zehn Jahre sind die vor zwanzig Jahren als Weltdokumentenerbe ausgezeichneten Bände der ersten und zweiten Auflage nun in der Grimmwelt ausgestellt. Bei einem Festakt anlässlich des doppelten Jubiläums gratulierte auch die Universitätsbibliothek Kassel:
Fast 90 Jahre nach der erzwungenen Auslieferung von Buch- und Archivalienbeständen der Philosophisch-Politischen Akademie aus dem Landerziehungsheim Walkemühle bei Melsungen an die Gestapo wurde nun ein Band aus diesem Bestand, der ab 1934 in der Kasseler Landesbibliothek verwahrt worden war, vom Bundesarchiv Berlin an die Universitätsbibliothek – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel zurückgegeben.
Ein Aufbruch bedeutet Veränderung, den Schritt ins Unbekannte, den Beginn von etwas Neuem: Mit ihrer neuen Ausstellung beleuchtet die Bibliothek genau diese Momente – in Geschichte, Wissenschaft und Kunst. Unter dem Titel Aufbrüche präsentiert sie prachtvolle Handschriften und Karten und zeigt, wie sich Weltbilder wandelten, neue Entdeckungen gemacht wurden und künstlerische Innovationen Ausdruck fanden.
Lichtdurchflutet, mit einer Schatzkammer und mit einem neuen Anbau präsentiert sich die Murhardsche Bibliothek nach aufwendiger Sanierung.Am 19. November wurde die „Teileröffnung“ mit hohem Besuch gefeiert, am 23. November können sich Interessierte an einem Tag der offenen Tür durch das Gebäude führen lassen.
Die Universitätsbibliothek, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel veranstaltet am 01. und 08. November 2024 erneut einen ORKA-Workshop mit dem Titel: „Aus dem Leben eines Arztes – Die digitale Briefsammlung des Kasseler Mediziners Johann Dolaeus (1651-1707)“, bei dem die Teilnehmenden bei der Transkription unterstützen können.
Johann Dolaeus, geboren im Jahr 1651 in Hofgeismar, war ein deutscher Mediziner und späterer Leibarzt des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel. Neben seinen Studien über Arznei führte er einen regen Briefwechsel mit seinem Sohn, seiner Frau, aber auch mit Kollegen seiner Zeit, wie dem Marburger Professor für Medizin und Physik Johann Jakob Waldschmidt.
Allenthalben wird auf den 275. Geburtstag des Dichters, Gelehrten und Politikers Johann Wolfgang von Goethe verwiesen und angestoßen. Dem schließt sich die Universitätsbibliothek an und erinnert an die Besuche des Jubilars in der Kasseler Bibliothek:
Die damalige kurfürstliche Bibliothek im Museum Fridericianum – die heutige Landesbibliothek unter dem Dach der Universitätsbibliothek – führte wie in Bibliotheken über Jahrhunderte und in Forschungsbibliotheken auch heute noch üblich, ein Besucherbuch.
Von 1978 an war die ‚Immenhäuser Gutenberg-Bibel‘ über mehr als drei Jahrzehnte zusammen mit den kostbarsten Handschriften der Landesbibliothek wie beispielsweise dem Hildebrandlied und dem ‚Kasseler Willehalm‘ vielbewunderter Teil einer Dauerausstellung im damals eigens hierfür erbauten Ausstellungstresor im Untergeschoss der Murhardschen Bibliothek. Mit dem Beginn der umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten im Haus am Brüder-Grimm Platz musste diese Präsentation aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Die Ausstellungsstücke kehrten zurück in die Dunkelheit der Tresore.