Am 03.06.1845 verfassten die Brüder Karl und Friedrich Murhard ihr Testament, in dem sie der Stadt Kassel ihr gesamtes Vermögen vermachten. Sie machten zur Auflage, dieses in einen Fonds, die „Murhardsche Stiftung“, zu überführen und zu verwalten: „Die Zinsen der Murhardschen Stiftung sollen verwendet werden zur Bildung und Unterhaltung einer der Stadt Kassel … angehörigen Bibliothek“.[1]
Beim diesjährigen Campusfest stand die Universitätsbibliothek ganz im Zeichen ihrer „Goldenen Hochzeit“. Denn vor fünfzig Jahren schloss sie sich mit der Landes- und Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel zusammen. Grund zum Feiern dachten wir und nahmen Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Stationen mit auf die Reise durch die letzten Bibliotheksjahrzehnte:
So blickte eine Fotoausstellung auf die gemeinsame Geschichte zurück. Und die Fotostation „Librarian for a Day“ lud Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst in die Rolle von Bibliotheksmitarbeitenden schlüpfen. Mit Schreibmaschine, Karteikasten und echten Outfits entstanden viele kreative und lustige Erinnerungsfotos.
Fotostation „Librarian for a Day“
Bei Rundgängen durch die Bibliothek und Führungen durch die Magazine erhielten Interessierte spannende Einblicke hinter die Kulissen. Auch das Uni-Archiv beteiligte sich mit einem architekturhistorischen Rundgang durch die Campusbibliothek. Im Mittelpunkt standen die baulichen Veränderungen des Gebäudes, die die Teilnehmenden fotografisch festhielten. Die Bilder werden archiviert, geteilt und später ausgestellt.
Vor der Bibliothek sorgten ein Glücksrad, ein Bücherverkauf und erstmals auch ein Pflanzenmarkt für zusätzliche Begegnungen. Die Einnahmen kommen dem Notfonds des Studierendenwerks sowie der „Kantine für Alle“ zugute. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten und Besucherinnen und Besuchern, die mit ihren Spenden Menschen in schwierigen Situationen unterstützt haben.
Pflanzenmarkt der UB auf dem Campus
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Die hessischen Bibliotheken betonen: Wir sind Teil der demokratischen Infrastruktur. Ergänzend zum Hess. Bibliotheksgesetz, das Bibliotheken als Orte der Bildung, Kultur, Begegnung und Kommunikation beschreibt, veröffentlichte der Hessische Landesverband im Deutschen Bibliotheksverband sein Positionspapier „Demokratie braucht Bibliotheken“, das für über 1.000 Bibliotheken in Hessen in Zeiten von Desinformationskampagnen und gesellschaftlicher Spaltung eine gewichtige Leitlinie darstellt:
Die Universitätsbibliothek Kassel ist als eine von bislang nur drei Bibliotheken in Deutschland mit dem Open Library Badge 2025 ausgezeichnet worden. Damit wird zum zweiten Mal das besondere Engagement für Offenheit und Transparenz gewürdigt. Bereits 2022 erhielt sie den Open Library Badge 2020. Die Auszeichnung bescheinigt der Universitätsbibliothek Kassel Best-Practice in zentralen Kategorien wie freiem Zugang zu Wissen, Förderung von Open Access, transparenter Kommunikation und der Bereitstellung von Lehrmaterialien unter offenen Lizenzen.
Wer heute eine Akte aus der Gründungszeit der Universität nutzen möchte, recherchiert in der Archivdatenbank Arcinsys, bestellt die Verzeichnungseinheit und sieht sie im Lesesaal des UniArchivs ein. Für analoge Unterlagen sind Verfahren und Infrastrukturen seit langem etabliert. Für digitale Überlieferung stellen sich neue Fragen.
Im Archivbestand findet sich auch ein Foto eines frühen Rechners der Universitätsbibliothek. Was einst als modern galt, ist heute selbst Teil der Geschichte. Dank der Überlieferung des UniArchivs ist der technische Fortschritt sichtbar.
In der diesjährigen Adventszeit hat der Universitätscampus Kassel eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie stark Gemeinschaft und Solidarität hier gelebt werden. Mit dem erstmalig durchgeführten Campus-Wunschbaum in der Universitätsbibliothek, einer gemeinsamen Kooperation mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), konnte zahlreichen Kindern eine kleine Weihnachtsfreude bereitet werden.
Mit der Etablierung der Stabsstelle „Kommunikation und Partizipation“ öffnet die Universitätsbibliothek Raum für Dialog, Mitwirkung und kreative Ideen – für eine Bibliothek, die sich aktiv an den Bedürfnissen ihrer Nutzenden orientiert.
Der schweizerische Verlag MDPI mit seinen knapp 500 Open-Access-Zeitschriften ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Hinsichtlich seiner Praktiken zur Qualitätssicherung wird er von Forschenden sehr unterschiedlich bewertet. Ein Blick auf verschiedene Qualitätsaspekte zeigt dagegen, dass MDPI sich oftmals gar nicht so sehr von anderen Verlagen unterscheidet. Um direkt mit MDPI in den Dialog zu gehen und kritische Fragen zu diskutieren, lud die UB Kassel zu einem Transparenzworkshop am 25. November 2025 ein, zu dem sie Herrn Peter Roth (Head of Publishing) und Frau Dr. Sarah Klinnert (Managing Editor) von MDPI sowie 10 Teilnehmende aus dem Bereich Open Science und wissenschaftliche Bibliotheken und drei Forschende der Universität Kassel begrüßen durfte.
Die erste Generation nach der Gründung der Gesamthochschule Kassel 1971 ist nur lückenhaft überliefert. Umso mehr freut sich das UniArchiv, die Erschließung des 2024 übernommenen Vorlasses von Wolfdietrich Schmied-Kowarzik bekanntgeben zu können, der zwischen 1971 und 2007 als Professor für Philosophie und Pädagogik an der Gesamthochschule/Universität Kassel wirkte.
In 2025 begehen das Museum „Grimmwelt“ und die sogenannten Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm ein zweifaches Jubiläum: Zehn Jahre sind die vor zwanzig Jahren als Weltdokumentenerbe ausgezeichneten Bände der ersten und zweiten Auflage nun in der Grimmwelt ausgestellt. Bei einem Festakt anlässlich des doppelten Jubiläums gratulierte auch die Universitätsbibliothek Kassel: