Landes- und Murhardsche Bibliothek

Welche Zaubersprüche werden wir heute Abend zu hören bekommen: Dr. Pfeil und Frau Lüdemann wählen aus

Abrakadabra: Dr. Brigitte Pfeil und Sabina Lüdemann stellen die Zauberhandschrift vor

… naja, ganz so schlimm ist es nicht. Aber immerhin: heute Abend um 18.00 Uhr lohnt es sich mal, den Fernseher anzuschalten und RTL HESSEN anzuwählen.
Denn dort wird ein kurzer Bericht über die Zauberhandschrift gesendet, die wir vor einigen Wochen erworben haben (wir berichteten in unserem Blog am 23. August).
Dr. Brigitte Pfeil und Sabina Lüdemann war es gelungen, den Code der verschlüsselten Handschrift zu knacken und so dem interessierten Leser Zugang zu diversen Zaubersprüchen rund um Hexenbeschwörung, Liebesformeln und die Heilung von Krankheiten zu beschaffen.

Dieser Fund macht nun die Runde und war auch schon Thema in der Hessischen Niedersächsischen Allgemeine sowie diese Woche in der Welt.

Wir freuen uns sehr über unsere neue Errungenschaft, die soviel Aufmerksamkeit erregt und sind stolz, auch mal „ins Fernsehen“ zu dürfen.
Übrigens: wer heute Abend um sechs lieber mit seiner Familie beim Abendbrot sitzt, kann sich den Beitrag auch später noch in der RTL-Mediathek anschauen.
Wir wünschen viel Spaß!

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Hans Jürgen von der Wense: Universalgelehrter und enthusiastischer Wanderer

Hans Jürgen von der Wense: Universalgelehrter und enthusiastischer Wanderer

Neben ihrem umfangreichen Bestand an mittelalterlichen Handschriften und Alten Drucken beherbergt die Handschriftenabteilung der Landes- und Murhardschen Bibliothek auch zahlreiche Nachlässe bekannter Komponisten, Wissenschaftler und Schriftsteller,  zu denen Anfragen  und Forschungsbesuche aus dem In- und Ausland
kommen.
Der seit 2009 im Bestand der Bibliothek befindliche Nachlass des Universalgelehrten und Wanderers
Hans Jürgen von der Wense hat sich dabei zum Publikumsliebling entwickelt, seitdem sich auch das Literaturhaus Nordhessen und das Wenseforum Kassel
in Publikationen und Veranstaltungen mit seinem Leben und Werk befassen.
Am kommenden Wochenende findet die nunmehr dritte Tagung zu Wense , dem passionierten Wanderer und Philosophen statt, der in seinen Kasseler Jahren die Region wie kaum jemand erwanderte und dabei keinen
Aspekt des Wanderns unberücksichtigt ließ.

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Endlich mal wieder draußen lesen...!

Endlich mal wieder draußen lesen…!

Ganz gleich, ob Sie die freien Tage zum Ausschlafen oder Lernen nutzen wollen, bitte planen Sie für die nachfolgenden gesetzlichen Feiertage ein, dass nicht nur die Geschäfte, sondern auch die Bereichsbibliotheken der Uni-Bibliothek geschlossen bleiben:

Mittwoch, 1. Mai 2013 (Tag der Arbeit)
Donnerstag, 9. Mai 2013 (Himmelfahrt)
Montag, 20. Mai 2013 (Pfingstmontag)
Donnerstag, 30. Mai 2013 (Fronleichnam)

Bitte beachten Sie außerdem:
Wegen des darauffolgenden Feiertags bleiben die Bereichsbibliotheken 1-5
am Holländischen Platz auch am 19. Mai (Pfingstsonntag) geschlossen.

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Bleibt für das Publikum geschlossen: die Eingangstür zum alten Tresortrakt

Bleibt für das Publikum geschlossen: die Eingangstür zum alten Tresortrakt

Besucher der Landes- und Murhardschen Bibliothek haben sich in den letzten Tagen und Wochen vielleicht darüber gewundert, dass zwar hin und wieder Baulärm zu hören, aber nichts zu sehen ist. Kein Wunder, denn eine vorgezogene Baumaßnahme der anstehenden Sanierungsarbeiten spielt sich derzeit im Kellergeschoss ab. Genauer gesagt im ehemaligen Tresorbereich.

Wo früher begeisterte BesucherInnen während der Museumsnacht mit Audioguide oder von einer netten Bibliothekarin zu den wertvollsten Stücken der Bibliothek geführt wurden, klaffte vor kurzem sogar ein großes Loch… jetzt entsteht dort ein Magazin mit Rollregalanlage. Die Tresortür bleibt, denn in diesem Gebäudeteil werden auch weiterhin unsere kostbaren Schätze lagern.

Nanu? Hier war doch bis gestern noch die große Vitrinenwand mit dem Hildebrandlied....

Nanu? Hier war doch bis „gestern“ noch die große Vitrinenwand mit dem Hildebrandlied….

Und nicht nur die vormals ausgestellten Stücke aus den Vitrinen werden hier untergebracht, sondern alle alten und wertvollen Kostbarkeiten, die einer besonderen Lagerung bedürfen. Denn der Tresorraum bietet nach Fertigstellung ideale Lager- und Aufbewahrungsbedingungen für Handschriften und Alte Drucke. Brandschutz- und löschtechnisch erfüllt der sanierte Bereich modernste Standards und garantiert unseren alten Werken  eine angemessene und absolut sichere Unterbringung.

Es gibt noch viel zu tun: Blick in den Vorraum

Es gibt noch viel zu tun: Blick in den Vorraum

Aber, werden Sie jetzt vielleicht fragen, wo können wir denn zukünftig den Willehalm-Kodex, die Gutenberg-Bibel und das Hildebrandlied anschauen? Die Antwort wird Ihnen gefallen: nach Abschluss der Sanierung werden wir mit einer neuen und wesentlich größeren Ausstellungsfläche aufwarten. Neueste Museumsgestaltung und höchste Sicherheitsstandards werden die Räumlichkeiten zu einer attraktiven und überegional beachteten Schatzkammer der Universität machen. WissenschaftlerInnen aus aller Welt finden  für ihre Forschungen dort beste Bedingungen vor.

Freuen Sie sich schon darauf? Wir auch. Und werden Sie deshalb über den weiteren Fortschritt der Bauarbeiten auf dem Laufenden halten.

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Einen ausführlichen Überblick erhalten ab sofort Liebhaber alter Handschriften, denn Dr. Brigitte Pfeil, stellvertretende Leiterin unserer Handschriftenabteilung, hat eine umfassende Linksammlung deutscher und internationaler Handschriftenkataloge und -datenbanken ins Netz gestellt. Die Digitalisierten Handschriftenkataloge Online führen den interessierten Nutzer zu Schätzen aus den verschiedensten Ländern und Orten und bringen damit nicht nur echte Handschriften-Freaks zum Schwärmen.

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Ansicht aus dem „Willehalm“, einem der vielen Schätze unserer Bibliothek

 

Klickt man sich eben noch durch heimelig klingende Orte wie Buxheim und Pommersfelden, gerät man in der Rubrik der internationalen Kataloge ganz ungeahnt auch schon mal in entlegenste Länder. So besucht man die wundervollen Seiten der „Irish script on screen“ (auch in gälisch!) oder gelangt bis in orientalische Gegenden wie den Libanon. Wie schön ist es da zu sehen, dass auch Kassel einen Platz unter all diesen Orten hat. Und der ist, wie ich voller Stolz sagen darf, nicht der kleinste.

Dr. Pfeil legt bei ihrer Zusammenstellung den Schwerpunkt auf die Inhaltsbeschreibungen der Codices und weniger auf die Bilddatenbanken, denn „zum Anschauen gibt es im Netz noch viel mehr“, sagt sie und verweist auf  Archivalia, ein Weblog, das Einträge rund um das Thema Archivwesen aufnimmt und als Gemeinschaftsblog auch offen für Beiträge interessierter Leserinnen und Leser ist.

Weitergehende Informationen zu den von Dr. Pfeil aufgelisteten Handschriftenbeständen erhalten Sie auch auf Manuscripta Mediaevalia, einer Datenbank, die derzeit mehr als 75.000 Dokumente zu abendländischen Handschriften hauptsächlich deutscher Bibliotheken erfasst.

Und alle, die neugierig auf die Kasseler Bestände geworden sind, seien verwiesen auf unser Open Repository ORKA. Dort liegen etliche unserer Handschriften bereits digitalisiert und zum Staunen bereit vor. Worauf warten Sie also noch? Ein Klick und Sie sind im Mittelalter…

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Hans Jürgen von der Wense, 1930

„Dieser erstaunliche Sonderling, dieser absolute Nicht-Literat      gehört an hervorragende Stelle in jener überfälligen Geschichte der geheimen deutschen Literatur, von der ich immer träume.“  (Botho Strauß)

Hans Jürgen von der Wense (1894-1966)  Schriftsteller, Musiker, Wanderer und Fotograf wohnte in den Jahren 1932-1940 in Kassel und erforschte von dort aus und in vielfältiger Weise die hessisch-westfälischen Mittelgebirge. Seit der ersten Tagung zu Leben und Werk Wenses 2008 und der Übergabe seines Nachlasses an die Universitätsbibliothek Kassel erfreut sich das umfangreiche Werk des Universalgelehrten einer wachsenden überregionalen Nachfrage.

In einem Rundfunk-Essay des SWR2 am heutigen 29. Oktober wird der Literaturwissenschaftler und Wense-Kenner Dr. Reiner Niehoff zum Thema „Wenses Über-All-Bücher“ berichten.

SWR2 Essay: Die Erde feiern
HEUTE Montag, 29.10. | 22.03 Uhr-23.00 Uhr | SWR2

Von der Wense – ein hochgewachsener, zurückgezogen lebender und seiner Gegenwart nahezu abhanden gekommener Schriftsteller, Übersetzer, Komponist, Fotograf und Landeskundler – veröffentlichte zu Lebzeiten etwa 80 Seiten. Nach seinem Tod im Jahre 1966 fanden sich in seiner Göttinger Dachwohnung 25.000 oft beidseitig beschriebene Blätter, zu einer monströsen Enzyklopädie geordnet, 42 Tagebücher, 40 Kompositionen, 11 Collagebücher, 13 Wetterbücher, 2000 – 3000 Fotografien, umfangreiche astrologische und geologische Aufzeichnungen sowie etwa 3000 Briefe. Wie konnte man ihn übersehen, diesen Solitär mit einer hohen Fähigkeit zum blitzklaren Aperçu und mit dem Hang zu einer Rhetorik der Euphorie, die alles dramatisiert und übersteigert, weil Kunst Lebensübersteigerung ist oder nichts?

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Noch bis 21. Dezember 2012 sind in der Universitätsbibliothek Kassel einige ungewöhnliche Exponate aus der Zeit zu sehen, als die Grimm Brüder Bibliothekare in der alten Landesbibliothek im Fridericianum waren: originale Katalogkarten mit den Handschriften der beiden, Bewerbungsschreiben und Reisedokumente. Daneben werden Radie-rungen und aquarellierte Zeichnungen des Malerbruders Ludwig Emil Grimm gezeigt, die teilweise noch in keinem der bekannten Werkverzeichnisse auftauchen.  Darunter eine  erst jüngst vom Kasseler Grimmprofessor Dr. Holger Ehrhardt als Dorothea Viehmann identifizierte Darstellung einer Frau.

Wo:                       Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek –  Eulensaal-Foyer
Wann:                 Montag bis Freitag  9-18 Uhr,  Samstag 10-13 Uhr

Führungen:      03. November 10 Uhr, 14. November 15 Uhr, 14. Dezember 10 Uhr
Anmeldung erbeten unter:  0561 804-7318

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Bei Recherchen zu einem Sammelband über Dorothea Viehmann, der im November erscheinen soll, stieß Prof. Dr. Holger Erhardt in den Archiven der Landes- und Murhardschen Bibliothek auf ein bis dato unbekanntes Bildnis der Märchenerzählerin.

Die kleine „Viehmännin“ misst nur 8,8 x 4,4 cm

Erhardt, Leiter des Fachgebiets Werk und Wirkung der Brüder Grimm, ist der erste, der die kleine Radierung aus dem Nachlass der Grimms genauer untersuchte. Die Zeichnung war zum Schutz vor Verschmutzung in einem Passepartout untergebracht und entpuppte sich  bei näherer Betrachtung als eine Arbeit, die kein Geringerer als Ludwig Emil Grimm selbst angefertigt hatte. Sie zeigt drei Studien der „Viehmännin“ (so Grimms Bildunterschrift) im Jahr 1815, einige Monate vor ihrem Tod.

Ein sensationeller Fund wie dieser macht natürlich neugierig auf mehr. Und so freuen wir uns auf den Sammelband Erhardts, dessen Herausgabe mit dem zweihundertjährigen Bestehen der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen sowie mit dem Brüder-Grimm-Kongress Märchen, Mythen und Moderne der Universität Kassel im Dezember diesen Jahres verknüpft ist.

Weitere Einzelheiten finden Sie in den Universitäts-Nachrichten.

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Bibliothek leicht gemacht: nutzen Sie unser reichhaltiges Informationsprogramm. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt! Wir steigern aber nicht das Bruttosozialprodukt, sondern Ihr Wissen rund um die Bibliothek.

In unserem aktuellen Schulungs- und Führungsprogramm wird – so hoffen wir – für jeden was dabei sein.

Für die Neueinsteiger bieten wir an verschiedenen Dienstagen unsere allgemeinen Einsteigereinführungen an, in denen Sie die wichtigsten Basics vermittelt bekommen und sich nicht mehr fragen müssen, wo was steht und wieso, warum wir unseren Katalog „Karla“ nennen und warum Ihr Dozent Sie so anlächelt, wenn er das Wort „Semesterapparat“ hört. Continue reading Lernen Sie doch, was Sie wollen : Schulungs- und Führungsprogramm für das Wintersemester 2012/13

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Wir wollen die dOCUMENTA 13 dann doch nicht ziehen lassen, ohne wenigstens auf ihre Berührungspunkte mit unserer Bibliothek zu verweisen. Und das mit ein ganz bisschen Stolz, handelt es sich bei der dOCUMENTA doch um eine der bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

"ex libris" von Emily Jacir

Da Sie – als fleißige dOCUMENTA (13) -Besucher – sicherlich Emily Jacirs Ausstellung im Zwehrenturm gesehen haben, möchten wir an dieser Stelle gerne auf einen anderen Teil ihres Gesamtkunstwerks mit dem Titel ex libris hinweisen. Thema ihrer Arbeit ist die Plünderung, Zerstörung und die nicht erfolgte Rückerstattung von Büchern. Hiervon erzählen auch die drei Plakattafeln auf der Grünfläche vor der Landes- und Murhardschen Bibliothek. Jacir hat Zitate von Widmungen aus Büchern widergegeben. Büchern, die im Rahmen von Plünderungen einst in Israel annektiert und später rückgeführt wurden. Abgefasst in verschiedenen Sprachen, sind diese Zitate auch an weiteren öffentlichen Plätzen in Kassel zu finden, u.a. am Kulturbahnhof.

Angeregt zu ihrer Arbeit wurde Emily Jacir anlässlich eines Besuchs in der Murhardschen Bibliothek. Die Zerstörung des Fridericianums 1941, welches zur damaligen Zeit die kurhessische Landesbibliothek beherbergte, sowie das Schicksal von zerstörten, annektierten, zurückerstatteten Bücher veranlasste sie zu ihrer Arbeit.

Es ist schön zu sehen, dass die dOCUMENTA (13) beides unter ihren großen, bunten Hut bekommt: einerseits Ausstellung mit Weltgeltung zu sein, aber eben auch ein ebenso feines Gespür für Lokalkolorit zu entfalten.

 

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