Ein Beitrag von Dr. Brigitte Pfeil, Leitung Abteilung IV: Landesbibliothek und Leitung Sondersammlungen
Wer die seit 2012 nicht mehr gezeigten Zimelien der UB Kassel vermisst oder sie noch gar nicht kennt, kann sich auf ein neues Angebot der Universitätsbibliothek freuen: Erstmals präsentieren die Sondersammlungen eine digitale Ausstellung ihrer wertvollsten Stücke.
Das Hildebrandlied aus dem 9. Jahrhundert, die von Bartholomaeus Rieseberg kommentierte ImmenhäuserGutenberg-Bibel, die Prachthandschrift Willehalm-Kodex und zahlreiche andere unserer schönsten und wertvollsten Handschriften waren bis zum Beginn der Sanierungen am Brüder-Grimm-Platz in einer Dauerausstellung zu sehen.
Hier kommt der vorerst letzte Tipp aus unserer Reihe zu interessanten digitalen Angeboten der unterschiedlichen Fachreferate der UB Kassel. Dafür haben wir eine ganze Bibliothek ausgesucht, die wir Ihnen wärmstens empfehlen: Sie ist ausschließlich digital, fachübergreifend und ständig in Bewegung – und in Zeiten begrenzter Bibliotheks- und Museumsbesuche eine wahre Schatzkammer zum Stöbern nach Kulturgut nahezu aller Fachgebiete: Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB).
Allein die Zahlen sind beeindruckend: Weit über 33 Millionen Objekte gehören bereits zum „Bestand“ der DDB mit ca. 11 Millionen Digitalisaten. Ziel des gigantischen Projekts ist es, die digitalen Angebote der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sukzessive miteinander zu verlinken und sie zugänglich zu machen. Die DDB ist das zentrale, vollständig in öffentlicher Verantwortung betriebene nationale Zugangsportal für Kultur und Wissenschaft in Deutschland und der nationale Datenaggregator für die Europeana, dem europaweiten Gegenstück zur DDB. Insgesamt 4.461 Institutionen sind aktuell bei der DDB registriert, davon sind 710 Bibliotheken.
Technikgeschichte digital – Eine Einladung zum Lesen und zum virtuellen Rundflug Ein Beitrag von Martin Reymer, Leitung Abt. V, Murhardsche Bibliothek
Was das Kasseler Technikmuseum und die Landes- und Murhardsche Bibliothek miteinander verbindet? Nun, sie sind derzeit beide geschlossen und ihre analogen Bestände nicht oder nur eingeschränkt zugänglich. Aber im Ernst, in der Landesbibliothek gibt es seit Langem eine ansehnliche historische Büchersammlung zur Technikgeschichte, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Überrest der Bibliothek des Landesamtes für Kulturgeschichte der Technik an die Landesbibliothek Kassel übergeben wurde und dort seitdem als Sammlung Feldhaus geführt wird.
In Zeiten wie diesen, in denen neben den Bibliotheken auch alle anderen kulturellen Einrichtungen des Landes wie Konzertsäle, Museen und Archive bis auf Weiteres geschlossen sind, suchen viele dieser Institutionen Wege, wie sie ihre Veranstaltungen, Ausstellungen und Bestände dennoch an die interessierten Nutzer*innen, Zuschauer*innen und Zuhörer*innen bringen können. Auch wir als Universitätsbibliothek Kassel möchten unsere Nutzerschaft in Zeiten der geschlossenen Gebäude erreichen und Zugänge bieten, unter dem Motto: Online geöffnet.
Ein Beitrag von Dr. Brigitte Pfeil, Leitung Abteilung IV: Landesbibliothek und Leitung Sondersammlungen und Dr. Timo Kirschberger, Fachreferat Hassiaca
Nun gut, mit der Bayerischen Staatsbibliothek, die inzwischen 2,5 Millionen Digitalisate online gestellt hat, können wir natürlich nicht mithalten … Trotzdem sind wir schon auch ein bisschen stolz darauf, dass wir heute in ORKA das 20.000ste Objekt online gestellt haben.
Auch Bibliotheken brauchen einen Freundeskreis. Insbesondere solche, die, wie die UB Kassel, einen wertvollen Altbestand besitzen, der erhalten und gepflegt werden muss. Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben 2006 den Freundeskreis der Landes- und Murhardschen Bibliothek gegründet und seitdem die Kosten für zahlreiche Reparaturen und Restaurierungen teilweise oder sogar vollständig übernommen. Mitgliederbeiträge, wie auch große und kleine Spenden helfen, das schriftliche historische Erbe der Region zu bewahren und nach Abschluss der Sanierung auch wieder in Ausstellungen zu zeigen.
Werden auch Sie Mitglied und genießen Sie exklusive Veranstaltungen speziell für unsere Freundinnen und Freunde. Dazu gehört unter anderem auch der jährliche Besuch des Handschriftenlesesaals mit einer Präsentation wertvoller Stücke aus dem historischen Bestand. Einige Impressionen aus der Veranstaltung im Oktober, sind in der Bildergalerie zu sehen (s.o.).
Wie Sie Mitglied werden können? Schreiben Sie eine E-Mail an: direktion@bibliothek.uni-kassel.de oder rufen Sie uns an: +49 561 804-2117.
Ein mehr als 1.000 Briefe umfassender Teilnachlass von Rebecka Mendelssohn Bartholdy und Gustav Dirichlet geht in das Eigentum der Universitätsbibliothek Kassel über.
Die Philosophisch-Politische Akademie e.V. mit Sitz in Bonn überträgt der UB Kassel in großzügiger Weise das Eigentum am Teilnachlass Dirichlet, um diesen für die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts außerordentlich bedeutsamen Bestand in seiner Gesamtheit für die Öffentlichkeit zu erhalten und dessen freie Zugänglichkeit auf Dauer sicherzustellen.
Brief von Rahel Varnhagen an Rebecka Dirichlet vom 21. Mai 1832
Die Briefe stammen aus dem Nachlass des früh verstorbenen Philosophen Leonard Nelson (1882-1927), eines Urenkels von Rebecka und Gustav Dirichlet, der seine Bibliothek und seinen weiteren Besitz der Philosophisch-Politischen Akademie (PPA) vermacht hatte. Sie waren in der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsstaats in die Landesbibliothek Kassel überführt und seither dort aufbewahrt worden.
ORKA ist die digitale Schatzkammer und das Onlinearchiv der Universität Kassel für Handschriften, Nachlässe, Fotos, Musikalien, Zeitschriften, Monografien und Karten. Sukzessive werden hier die wertvollen historischen Bestände der Landesbibliothek und der Murhardschen Bibliothek verzeichnet. Nachdem wir im August 2017 über das Erreichen der 500.000-Seiten-Marke berichtet hatten, können wir nun nach knapp anderthalb Jahren vermelden: Die 600.000-Seiten-Marke ist gefallen.
An der Entschlüsselung von historischen Dokumenten der Universitätsbibliothek Kassel können sich ab sofort Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Möglich macht dies eine neue Crowdsourcing-Funktion in den Online-Archiven ORKA und Grimm-Portal.
Crowdsourcing-Arbeitsfläche mit einem Brief von Wilhelm Grimm an David Theodor August Suabedissen vom 23. Dezember 1816
Die Universitätsbibliothek erhält Verstärkung bei der Erschließung ihrer wertvollen Schätze. Tausende von historischen Fotografien, gedruckten und handschriftlichen Dokumenten warten auf ihre Entschlüsselung. Bisher konnten diese über das Onlinearchiv der Universität ORKA und das Grimm-Portal ausschließlich recherchiert und genutzt werden. Mit der neuen Funktion steht für die wissenschaftliche Erforschung und Erschließung dieser Quellen ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem sich auch Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Eingabe von Daten beteiligen können.
Am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr im Freiraum der Grimmwelt, Kassel werden die Funktionalitäten des neuen Instruments zur Bürgerbeteiligung vorgestellt.
Zahlreiche wertvolle Druckerzeugnisse aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts übergab der Inhaber des Melsunger Bernecker-Verlags, Conrad Fischer, kürzlich an die Universitätsbibliothek Kassel. Die großzügige Spende umfasst mehr als 150 Drucke und Zeitungsbände.